Wichtiger Schritt zur Arbeiteroffensive

Wichtiger Schritt zur Arbeiteroffensive

Branchenweiter Kampf- und Streiktag der Autoarbeiter und Zulieferer Mehr als 175.000 Beteiligte an 280 Orten

Am heutigen Montag haben zehntausende Automobilarbeiterinnen und -arbeiter sowie Beschäftigte der Zulieferindustrie bundesweit den Aktionstag der IG Metall zu einem bemerkenswerten Kampf- und Streiktag gemacht. Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag" fanden Aktionen an mehr als 280 Orten statt. Über 175.000 Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich – 100.000 hatte die IG Metall erwartet.

Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD: „Eine entscheidende Mehrheit des Industrieproletariats ist heute kämpferisch auf den Plan getreten. An vielen Orten gingen die Belegschaften über Betriebsversammlungen, Kundgebungen und ‚aktive Mittagspausen' hinaus: Bänder standen, Straßen wurden blockiert, Sternmärsche durchbrachen Verbote. Das zeigt: Die Zeit von Appellen ist vorbei, die Klassenzusammenarbeit ist gescheitert.

Das waren nicht vereinzelte Standortproteste, sondern ein branchenweiter, gleichzeitig geführter Kampf- und Streiktag von Arbeiterinnen und Arbeitern bei Herstellern und Zulieferern. Und zwar ausgesprochen selbstbewusst und kämpferisch. Gewerkschaftliche Aktionen verbanden sich mit vielen selbstständigen Initiativen, offenen Mikrofonen zur demokratischen Aussprache oder Demonstrationen. Das hat es in Deutschland in dieser Form noch nicht gegeben. Eine wichtige Kampfansage an Konzerne und Regierung. Der Übergang zur Arbeiteroffensive bahnt sich seinen Weg."

Die Betriebsgruppen der MLPD haben diesen Tag seit Wochen mit ihrer positiven Gewerkschaftsarbeit aktiv vorbereitet und gefördert. RF-News, das Nachrichtenportal der MLPD, berichtete den ganzen Tag aus erster Hand aus zahlreichen Städten.

In Mercedes-Sindelfingen kamen rund 20.000 Beschäftigte vor Tor 7 zusammen – aus Produktion und Entwicklung, einschließlich vieler Leiharbeiter. Der Betriebsratsvorsitzende und die IG Metall wandten sich kämpferisch gegen die Angriffe des Vorstands. Es ist bedeutend, dass die Gewerkschaften zu Kampforganisationen für die Verteidigung und Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiterklasse werden.

Bei VW Wolfsburg setzte sich ab 9 Uhr ein Sternmarsch aus den Hallen in Bewegung, obwohl der Vorstand gedroht hatte, niemand dürfe vor 9.15 Uhr den Arbeitsplatz verlassen. Mehrere Hallen gingen punktgenau um 9 Uhr. Schilder trugen Forderungen wie „Bosse kassieren, Azubis verlieren" und „Wir gehen alle raus vor's Tor". Parallel protestierten Zulieferer vor dem Gewerkschaftshaus.

In Hannover blockierte ein Demozug von VW-Beschäftigten die Mecklenheidestraße und wartete auf den zweiten Zug vom anderen Werksende. Delegationen von ZF, Feuerwehr, ver.di und GEW waren dabei.

Bei Opel Rüsselsheim standen die Bänder seit 10.15 Uhr still. Über 300 Kolleginnen und Kollegen zogen mit Trommeln und Transparenten zur Betriebsversammlung. In Eisenach versammelte sich die Belegschaft weitgehend vollständig am Tor 1. Standing Ovations gab es für die „Achse der Solidarität" mit Zwickau und für die Verteidigung der 35-Stunden-Woche ohne Lohnverzicht.

In Hamburg kamen trotz Androhung von Abmahnungen rund 250 Mercedes-Beschäftigte zur Kundgebung. In Emden, Osnabrück, Neckarsulm, Köln, Chemnitz und weiteren Werken wurde vor den Toren diskutiert und teilweise die Arbeit unterbrochen.

Es zeigte sich auch: Staat und Konzerne sind nervös und haben Angst vor Arbeiterkämpfen. In Chemnitz behinderten Werkschutz und Polizei das Fotografieren auf dem Gehweg. Vorstände drohten mit Abmahnungen.

Internationale Solidarität traf bei der MLPD ein – von Österreich über Argentinien bis Indien. Motto: „Kein Kampf darf mehr allein stehen!" Ein wichtiges Signal der internationalen Arbeitersolidarität statt nationalistischer Spaltung, wie sie die faschistische AfD verbreitet.

Der Tag zeigte auch, dass es noch viel Klärungsbedarf gibt: Muss man die Interessen der deutschen Industrie schützen – oder gehen die Arbeiter konsequent von ihren Interessen als Arbeiterklasse aus? Wie organisiert man unbefristete gewerkschaftliche und selbstständige Streiks? Viele hundert Gespräche führten Mitglieder und Freunde der MLPD vor und in den Betrieben. Überall vorgestellt wurde das neue Buch „Die Lehre von der Denkweise" von Stefan Engel, Monika Gärtner-Engel und Gabi Fechtner. Wie kriegt man mehr als drei unter einen Hut? Wie kann man Kollegen, die von der AfD beeinflusst sind, besser erreichen und sie für den gemeinsamen Kampf gewinnen? Alles Fragen, bei deren Klärung das Buch hilft.

„Das war ein machtvoller Auftakt für die Septemberkämpfe 2026", so Gabi Fechtner. Die MLPD ruft auf, mit dem gewonnenen Schwung den 26. September, den DGB-Protesttag, „zum Kampftag gegen die Ausbeutungsoffensive der Monopole und der Merz-/Klingbeil-Regierung" zu machen.

www.rf-news.de – eine unverzichtbare Quelle für Journalisten, die Berichte aus den Betrieben und von Arbeiterkämpfen suchen. Wir vermitteln gerne auch kompetente Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner aus Betrieben und Gewerkschaften.